Nicht abwarten, bis immer mehr junge Menschen ohne beruflichen Abschluss bleiben und die Knappheit an Fachkräften immer weitere Kreise zieht. Nach dieser Devise handelt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und setzt sich für eine umlagefinanzierte Ausbildungsgarantie ein. Diese soll allen Jugendlichen eine Berufsausbildung ermöglichen und dabei die Betriebe mit in die Verantwortung nehmen.

Der DGB will akute Missstände im Ausbildungsmarkt mit einer Ausbildungsgarantie beseitigen. Die Gewerkschafter wollen nicht länger hinnehmen, dass jährlich „nur etwa zwei Drittel aller interessierten Jugendlichen den Sprung in die Ausbildung schaffen“, so Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende.

Immer mehr Betriebe verabschiedeten sich zudem aus der Ausbildungsverantwortung. Nicht einmal mehr 20 Prozent der Unternehmen hierzulande würden ausbilden. Folge davon, so DGB-Frau Hannack, seien prekäre Beschäftigungen und Arbeitslosigkeit für die Menschen ohne Berufsabschluss: „Diese unhaltbaren Zustände dürfen wir uns nicht länger leisten und den jungen Menschen nicht länger zumuten.“

Zukunftsfonds angedacht

Mehr Ausbildungsplätze müssten von den Unternehmen angeboten werden. Wirksame Anreize, dieses Ziel zu erreichen, würde aus DGB-Sicht eine Umlagefinanzierung durch einen Zukunftsfonds schaffen. In diesen Zukunftsfonds müssten alle Betriebe ab fünf Beschäftigten einzahlen.

Ziel des Zukunftsfonds ist das Fördern und Ausbauen betrieblicher Ausbildung durch das Finanzieren einer leistungsfähigen Bildungsinfrastruktur. Anreize für die Unternehmen, ihre Ausbildung zu intensivieren oder zu starten, sieht der DGB in überbetrieblichen Bildungszentren für die Verbundausbildung oder etwa in der Qualifizierung des Ausbildungspersonals – kurz in allen Maßnahmen, die die Ausbildungsfähigkeit der Betriebe erhöhen. Aus dem Fonds soll den Betrieben zudem „ein relevanter Teil der Ausbildungskosten“ erstattet werden.

Die vom DGB angedachte Ausbildungsgarantie soll auf mehreren Säulen stehen. Zum einen brauche es ein systematisches Übergangsmanagement zwischen Schule und Beruf. Ein Instrument dafür sei beispielsweise ein flächendeckender Ausbau der Jugendberufsagenturen. Auch sollte der Kriterienkatalog der Ausbildungsreife abgelöst werden durch den Aufbau von Berufswahlkompetenz. Außerdem müsste die Mobilität von Auszubildenden gefördert werden und bei Bedarf müssten für erfolglose Bewerberinnen und Bewerber unter 27 Jahren um einen Ausbildungsplatz Möglichkeiten der außerbetrieblichen Ausbildung geschaffen werden.

Alle Vorschläge zu einer umlagefinanzierten Ausbildungsgarantie hat der DGB in einem Positionspapier zusammengefasst.

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