Der Arbeitsmarkt dreht sich in vielen Branchen zu Gunsten der Beschäftigten: Dort herrscht Knappheit an Arbeitskräften. Im Recruiting der Unternehmen spiegelt sich diese Veränderung freilich erst bedingt. Bewerberinnen und Bewerber kritisieren häufig das langsame Prozedere in den Bewerbungsprozessen. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Recruiting und Bewerbungsprozess entsprechen für mehr als die Hälfte der Befragten (54 %) nicht ihren Anforderungen. So klagen 29 Prozent der wechselwilligen Frauen und Männer über zu lang dauernde Prozesse. Mehr als ein Fünftel (21 %) kritisiert intransparente Entscheidungen, 17 Prozent bemängelt den unpersönlichen Kontakt und 14 Prozent wundern sich über nicht mehr zeitgemäße Verfahren.

Schon die Eingangsbestätigungen erreichen die Bewerbenden nur zu 71 Prozent innerhalb einer Woche, obwohl dies die meisten Bewerberinnen und Bewerber (92 %) erwarten würden. Selbst automatisierte Eingangsbestätigungen sind mit 72 Prozent nicht wirklich schneller.

Nach der Studie im Auftrag der Königsteiner Gruppe wünschen sich knapp drei Viertel (74 %) der Befragten spätestens innerhalb von zwei Wochen eine Einladung zum Job-Interview. Erfüllt wird diese Erwartung mit 58 Prozent seltener.

Wunsch und Wirklichkeit klaffen bei den Absagen noch weiter auseinander. Die Jobsuchenden möchten nicht länger als vierzehn Tage auf eine solche warten müssen. Doch diese Frist schaffen gerade einmal 32 Prozent der Unternehmen. Von den Befragten berichteten sogar 8 Prozent, sie hätten länger als zwei Monate auf eine Absage gewartet.

Diese lange Leitung der Arbeitgeber hat Folgen: Weil ihnen der Auswahlprozess zu schleppend voranging, haben bereits 21 Prozent der Bewerbenden bereits einmal von sich aus eine Stelle abgesagt.

Die Arbeitgeber sind im aktuellen Bewerbermarkt „im Vergleich mit den Talenten in der schwächeren Position“, beobachtet Nils Wagener, Geschäftsführer der Königsteiner Gruppe. Diese Konstellation müsse Grund genug für die Unternehmen sein, sich nicht länger „eine unverbindliche und verschlafene Bewerberkommunikation“ zu leisten.

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