Sie werden immer älter, die Berufskraftfahrer und Berufskraftfahrerinnen. Aktuell sind mehr als ein Drittel aller Fahrer auf dem Lkw-Bock älter als 55 Jahre. In der Gruppe aller Erwerbstätigen hält diese Altersgruppe gerade einen Anteil von einem Viertel. Diese Angaben aus dem Statistischen Bundesamt (Destatis) geben insbesondere mit Blick auf die Zukunft zu denken. 

Für rund 480.000 Männer und Frauen ist das Cockpit eines Lastkraftwagens ihr Arbeitsplatz. Noch. Bald werden es deutlich weniger sein. Denn die Statistiker aus Wiesbaden gehen davon aus, dass ein größerer Teil von ihnen in den nächsten Jahren altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheidet.

Voraussetzung für eine florierende Wirtschaft sind freilich intakte Güterverkehre. Damit die Lieferketten rund laufen und nicht stottern, werden Berufskraftfahrer und Berufskraftfahrerinnen benötigt. Schließlich werden laut Destatis rund drei Viertel aller Güter über die Straßen transportiert. Die Bedeutung dieses Berufsstandes ist also unumstritten. Doch das Gehalt hält nicht mit.

Der durchschnittliche Verdienst einer Fachkraft im Bereich Gütertransport liegt monatlich bei 2.725 EUR. Nach Berechnungen der Statistiker sind das rund 670 Euro weniger als Beschäftigte mit einer vergleichbaren Ausbildung und Berufserfahrung generell in der Wirtschaft verdienen. Das Bruttogehalt angelernter Kräfte beträft 2.371 EUR im Monat. In der Wirtschaft liegt das Durchschnittsgehalt von Angelernten mit 2.717 EUR ebenfalls höher.

Mehr Azubi und Frauen auf dem Bock

Dennoch steigt das Interesse an einer Ausbildung als Berufskraftfahrer/Berufskraftfahrerin. Für die Dekade von 2010 bis 2020 gibt es eine erfreuliche Entwicklung. Nach den Angaben von Destatis lag die Zahl der Auszubildenden Ende 2020 um 45 Prozent höher als zehn Jahre zuvor. Auch der Frauenanteil ist im selben Zeitraum nach oben geklettert: von 3,7 Prozent auf 8,3 Prozent.

Dieser positiven Entwicklung steht der insgesamt geringe Anteil der bis 25-Jährigen in diesem Beruf entgegen: Er beträgt gerade einmal 3 Prozent. Im Vergleich dazu sind es 10 Prozent in der Gruppe aller Erwerbstätigen. In der Altersgruppe der bis zu 35-Jährigen sind die Berufskraftfahrer und –fahrerinnen zu 12 Prozent vertreten. Auf 21 Prozent kommt diese Altersgruppe freilich im Schnitt aller Erwerbstätigen.

Ziemlich gleich hoch ist die Verteilung dagegen bei den 35- bis 45-Jährigen: bei den Kraftfahrern sind es 20 Prozent. Im Schnitt aller Erwerbstätigen umfasst diese Altersgruppe 21 Prozent. Doch schon in der Gruppe der bis zu 55-Jährigen ist wieder ein deutlicher Unterschied sichtbar: 29 Prozent der Lkw-Fahrer zählen dazu, 23 Prozent sind es in der Gesamtgruppe.

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