Selbst im bundesweiten Shutdown ist die Wirtschaft von einer Knappheit an Fachkräften betroffen: Anfang des Jahres berichtete rund ein Fünftel der Unternehmen von eingeschränkter Geschäftsfähigkeit aufgrund des Fehlens von Fachkräften. Dies ergibt sich aus dem neuen KfW-Ifo- Fachkräftebarometer.

Aktuell sind 20,6 Prozent der Unternehmen von einem Fachkräftemangel betroffen. Das ist ein Mehr von 5,6 Prozent im Vergleich zum 3. Quartal 2020. Gegenüber dem 1. Quartal 2020 wird ein coronabedingtes Weniger von 8,5 Prozent verzeichnet. Doch bei dem Rückgang wird es aus Sicht der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kaum bleiben. Vielmehr wird erwartet, dass nach dem Ende des Lockdown der Fachkräftemangel schnell weiter ansteigt.

Die personellen Engpässe zeigen sich unterschiedlich in den verschiedenen Wirtschaftszweigen. Besonders betroffen sind Architektur- und Ingenieurbüros (44 %), Rechts- und Steuerberatungen (35 %) oder IT-Dienstleistungsunternehmen (30 %). Auch die Unternehmen für Gebäude- und Gartenbetreuung oder der Wirtschaftszweig Landverkehr werden durch fehlendes Personal deutlich behindert.

Weniger kritisch präsentiert sich die Situation im Bauhauptgewerbe. Über eingeschränkte Geschäftstätigkeit klagen da 18,2 Prozent der Unternehmen. Die geringsten Probleme hat das Verarbeitende Gewerbe – je nach Branche geben weniger als 12 Prozent Personalschwierigkeiten an.

Der Fachkräftemangel ist nicht nur vom Wirtschaftszweig abhängig, sondern genauso von der Größe der Betriebe. So ist der Unterschied bei der Betriebsgröße besonders im Verarbeitenden Gewerbe auffällig: Die Fachkräfteknappheit registrieren derzeit große Betriebe zu 7,7 Prozent, kleine und mittlere Betriebe jedoch zu 19,8 Prozent. Ebenfalls eine Rolle spielt die Region, in der das Unternehmen zu Hause ist. Betriebe in strukturschwachen, ländlichen Gegenden haben es schwerer, ihren Fachkräftebedarf zu decken. Besonders schwierig ist die Personalsuche in Ostdeutschland oder in Hessen.

Damit die Wirtschaft nicht dauerhaft in ihrem Wachstum durch fehlende Fachkräfte geschwächt wird, empfiehlt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW, ein Gegensteuern, beispielsweise durch Steigern der Arbeitsproduktivität. Geeignet seien dafür Innovationen und Investitionen in digitale Technologien. Sie könnten fehlende Arbeitskräfte ersetzen.

Die erste Ausgabe des KfW-Ifo-Fachkräftebarometers steht auf Mausklick als PDF auf den KfW-Webseiten zur Verfügung. Der neue Indikator basiert nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf den Konjunkturumfragen des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo).

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