Werden die Einstellungshürden aufgrund des Fachkräftemangels zu stark abgesenkt? Eine Befragung von 300 C-Level-Managern in Deutschland zeigt jedenfalls, dass 53 Prozent von ihnen in den vergangenen zwölf Monaten Personal eingestellt haben, das sich später als Fehleinstellung herausgestellt hat.

Die negativen Folgen sind in der aktuellen Situation besonders schmerzhaft, berichtet die Beratung Robert Half: Zwei Drittel der Befragten sehen solche Fehleinstellungen noch kritischer als vor einem Jahr, da die Auswirkungen vor dem Hintergrund der gestiegenen Personalknappheit in einigen Branchen heute sehr viel schwerwiegender sind. Jede falsche Entscheidung bei der Personalauswahl führe zu hohen Folgekosten, potenzieller Unsicherheit unter den Mitarbeitenden und einem immensen organisatorischen Aufwand.

Woran liegt’s? Einen Hauptgrund sehen 19 Prozent darin, dass sie sich mit Bewerberinnen und Bewerbern zufriedengegeben haben, deren Fähigkeiten nicht den Anforderungen der Stelle entsprachen. 13 Prozent der Manager gaben an, sich bei der Auswahl der Bewerbenden zu stark darauf konzentriert zu haben, dass diese zur Unternehmenskultur passen – zulasten fachlicher Fähigkeiten. Gleichzeitig sagten aber auch 10 Prozent, dass zu viel Fokus auf die Hard Skills häufig zulasten der Soft Skills gehe.

Ähnlich unterschiedliche Perspektiven gibt es auch bei der Dauer der Einstellungsverfahren. 14 Prozent nannten ein überstürztes Vorgehen als Ursache für Fehleinstellungen, 12 Prozent ein zu langwieriges. Als weiteres Problemfeld wurde die unzureichende Überprüfung von Referenzen genannt.

Es gibt Maßnahmen, mit denen auf eine hohe Fehlbesetzungsquote reagiert werden kann. So überprüfen 44 Prozent der Befragten die Bewerbenden nun sorgfältiger als vorher. 40 Prozent haben einen optimierten Bewerbungsprozess eingeführt. Ein Drittel beauftragt einen Personaldienstleister für die Prozessbegleitung, während weitere 30 Prozent vermehrt Zeitarbeitskräfte einstellen, die später übernommen werden können.

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