Ganz oben auf der Beliebtheitsskala sind die Handwerksberufe nicht zu finden. Entsprechend mangelt es in den gewerblichen Berufen an Fachkräften. Abhilfe tut not, ist die Agentur Junges Herz überzeugt, und weiß Rat: Es gilt, die Attraktivität des Handwerks bei der Suche nach Auszubildenden zu akzentuieren.

Im letzten Jahr klaffte im Handwerk bereits eine Lücke von rund 65.000 Fachkräften – Tendenz steigend. Das liegt zum einen an der Demografie und zum anderen daran, dass Schulabgänger hoch qualifizierte Bildungsgänge einer dualen Ausbildung im Handwerk vorziehen. Hinzu kommt ein Imageproblem, mit dem das Handwerk zu kämpfen hat, so die Agentur Junges Herz, spezialisiert auf Personalthemen.

In der breiten Öffentlichkeit mangele es dem Handwerk an Attraktivität. Die Berufe scheinen nicht mehr zeitgemäß, verbreiten vorgeblich Gestrigkeit. Eine Fehleinschätzung. Tatsächlich habe der technische Fortschritt schon längst Einzug gehalten in die gewerblichen Berufe. Moderne Führungsstile und Entwicklungen seien längst im Handwerk angekommen. Doch mangele es an der entsprechenden Kommunikation darüber, dass das Handwerk längst im Heute angekommen ist.

Die Vorteile der handwerklichen Ausbildungsberufe müssten Schülerinnen und Schüler, genauso wie deren Eltern und Lehrern kommuniziert werden. Eine Aufgabe, die auch vor kleinen Betrieben nicht halt mache: Betriebe jeder Größenordnung benötigen Fachkräfte, um die Zukunft zu meistern.

Als Kommunikationsmittel Nummer 1 empfiehlt die Dresdener Agentur das Internet. Denn genau da würden sich junge Menschen tummeln und informieren. Deshalb sei es für Handwerksbetriebe so wichtig, sich mit einem attraktiven Internetauftritt im Netz zu präsentieren. Wichtig seien zudem Stellenanzeigen auf Jobbörsen und Werbeanzeigen auf Social Media. Darüber hinaus sollte beispielsweise der Kontakt zu Schulen aufgebaut oder Schnuppertage im Betrieb für Schülerinnen und Schüler angeboten werden.

Stimmige Arbeitsbedingungen, das Wissen um Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung und diverse Anreize, wie sie für Studierende längst selbstverständlich sind – etwa Fahrtkostenzuschüsse oder Rabatte in Fitness-Studios, könnten dazu beitragen, mehr Nachwuchskräfte für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern.

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