Flexible Arbeitsregelungen sind im Zuge der Corona-Pandemie salonfähig geworden und mittlerweile weit verbreitet. Zwischen dem, was Personalverantwortliche bieten und dem, was die Mitarbeitenden erwarten, besteht jedoch eine deutliche Diskrepanz.

Das geht aus einer Studie von Linkedin hervor, für die im Januar und Februar 2022 insgesamt 2004 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie 506 Personalverantwortliche in Deutschland befragt wurden. Von letzteren gaben 78 Prozent an, dass in ihrem Unternehmen flexibles Arbeiten offiziell geregelt ist. Bei 83 Prozent wurden die bereits existierenden Richtlinien infolge der Pandemie angepasst. Ebenso viele glaubten, dass ihre Mitarbeitenden mit den bestehenden Regelungen zum flexiblen Arbeiten zufrieden sind.

Dagegen lässt fehlende Flexibilität im Job 40 Prozent der Arbeitskräfte über Kündigung nachdenken. 17 Prozent haben einen Arbeitgeber nach eigenen Angaben sogar schon einmal deswegen verlassen. Für Barbara Wittmann von Linkedin ist deshalb klar: „Unternehmen müssen den Wunsch nach mehr Flexibilität ernst nehmen, wenn sie sich im Wettbewerb behaupten wollen.“

Vor allem Frauen möchten flexibel arbeiten, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. Sie wünschen sich häufiger als Männer Möglichkeiten zu Teil- oder Gleitzeit, eine Vier-Tage-Woche oder reduzierte Stunden. Die größere Flexibilität im Berufsalltag könnte für sie aber zum Nachteil werden. So gehen 56 Prozent der Personalverantwortlichen davon aus, dass sie dazu führt, dass nach der Pandemie wieder mehr Männer zurück in die Büros gehen – und Frauen weiterhin in größerem Maße von zu Hause arbeiten. Etwa, um sich dort „nebenbei“ um den Haushalt zu kümmern.

Hier sind bessere Lösungen gefragt, ebenso wie bei längeren Unterbrechungen der beruflichen Laufbahn. 44 Prozent der befragten Personalverantwortlichen sehen sie häufiger werden. Sie sind aber nach wie vor oftmals mit einem Stigma behaftet: 46 Prozent der befragten Beschäftigten gehen davon aus, dass Kandidaten mit einer solchen Lücke im Lebenslauf bei Bewerbungen weniger attraktiv wirken. Viele Personaler und Personalerinnen sind da weiter. 46 Prozent von ihnen sind offen dafür, jemanden einzustellen, der seine berufliche Laufbahn zeitweise unterbrochen hat.

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