Auf Zustimmung stößt die Bundesregierung mit ihrer Fachkräftestrategie bei Vertretern von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Digitalverband Bitkom etwa unterstreichen die Notwendigkeit dieser Strategie und fordern ein beherztes Umsetzen, damit hierzulande die Herausforderungen des Arbeitsmarktes bewältigt werden können.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erinnert anlässlich der Vorstellung der Fachkräftestrategie an die strukturellen Probleme auf dem Arbeitsmarkt und mahnt, diese zu beseitigen. „Mehr Tarifbindung, Verbesserungen bei Löhnen und Arbeitsbedingungen, mehr Aus- und Weiterbildung sind das Gebot der Stunde“, betont DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel.

In Anbetracht des erheblichen Mangels an IT-Expertinnen und IT- Experten unterstreicht Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer, die Notwendigkeit, die hiesigen Potentiale zu heben. Er schlägt zudem vor, bei IT-Fachleuten „aus dem Nicht-EU-Ausland ohne formalen Abschluss, aber mit ausgeprägter praktischer Erfahrung“ auf eine behördliche Prüfung der Qualifikation zu verzichten. Visa sollten erteilt werden, wenn der künftige Arbeitgeber einen Befähigungsnachweis ausstellt.

Beseitigt werden sollten auch die hausgemachten Probleme der Fachkräfteknappheit, so Anja Piel. Die Engpässe entstünden dort, wo Bedingungen und Bezahlung schlecht seien wie beispielsweise in der Pflege, in der gelernte Kräfte in großer Anzahl ihren Beruf verlassen würden.

Attraktive Berufe und Berufsfelder sind eine wichtige Seite, um Fachkräfte für das Arbeiten in Deutschland zu interessieren. Doch hinzukommen müsste eine moderne, eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit. Für Bitkom-Vertreter Dr. Rohleder orientiert sich die deutsche Gesetzgebung noch viel zu wenig an Software-Spezialisten, die weltweit in virtuellen Teams zusammenarbeiten. Für ihn ist das Umstellen „von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit“ überfällig.

Zur Beseitigung des Fachkräftemangels wird generell auf die große Bedeutung von Aus- und Weiterbildung hingewiesen. Leichter gemacht werden sollte es zudem interessierten Quereinsteigern.

Die „Fachkräftestrategie der Bundesregierung“ steht auf den Webseiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zum Download zur Verfügung. Sie sieht u.a. fünf sog. prioritäre Handlungsfelder vor:

  1. Zeitgemäße Ausbildung,
  2. Gezielte Weiterbildung,
  3. Arbeitspotenziale und Erwerbsbeteiligung erhöhen,
  4. Arbeitsqualität und Arbeitskultur verbessern sowie
  5. Einwanderung modernisieren und Abwanderung reduzieren.

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