Helferjobs verschwinden und gering Qualifizierte haben schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt? Keinesfalls, berichtet die Universität Duisburg. Es gebe mittlerweile einen stabilen Sockel von 4,7 Millionen Beschäftigten ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Oft sind sie sogar auf Positionen mit höheren Anforderungen tätig.

„Niedrig Qualifizierte sind keine arbeitsmarktpolitische Restgröße, die irgendwann verschwindet“, sagt Dr. Thorsten Kalina vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Uni. Vielmehr hätten sie in einzelnen Berufen durchaus Chancen. So stieg ihre Beschäftigung in Berufen aus den Bereichen Lagerwirtschaft, Verkauf, Gastronomie und Fahrzeugführung im Straßenverkehr besonders deutlich.

Rund 60 Prozent der gering Qualifizierten arbeiteten darüber hinaus oberhalb des Helferniveaus, etwa auf Fachkraftstellen. Hier handele es sich um einen Graubereich an Tätigkeiten, die anspruchsvoller sind als Helferarbeiten, aber nicht unbedingt eine dreijährige Berufsausbildung voraussetzen. Ein beeinflussender Faktor könnte hierbei sein, dass vor allem die tarifliche Eingruppierung von Beschäftigten als Fachkräfte für Arbeitgeber mit höheren Lohnkosten verbunden ist.

In vielen Berufen würden des Weiteren auch Jobsuchende eingestellt, die nur Kompetenzen in Teilen einer vollständigen Berufsausbildung haben. Ihre Integration in den Arbeitsmarkt könnte durch die Zertifizierung von Teilqualifikationen erleichtert werden. Mit der Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüsse ließen sich außerdem die Übergänge in höherqualifizierte Beschäftigungen für Ausländerinnen und Ausländer verbessern. Jüngeren sollte das Nachholen von Ausbildungsabschlüssen ermöglicht werden, so Kalina weiter: „Denn Teilqualifikationen zu zertifizieren kann eine vollwertige Berufsausbildung nicht ersetzen.“

Der Report kann auf der Website des IAQ kostenfrei heruntergeladen werden.

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