Videokonferenzen sind eine grundlegend andere Art der Kommunikation als persönliche Meetings. Sie können sich auf Dauer negativ auf das Gemüt und die Gesundheit auswirken. Ein neuer Ratgeber zeigt, wie der sogenannten „Zoom-Fatigue“ vorgebeugt werden kann.

Vor allem bei häufigerer Teilnahme an Online-Meetings fällt es auf: Das permanente Blicken auf den Monitor strengt an, der Zwang zum Sitzen vor der Kamera führt zu (noch) mehr Bewegungsmangel. Hinzu kommt bei manchen das Gefühl, permanent beobachtet zu werden. Wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) berichtet, können Konzentrationsstörungen, Ungeduld, erhöhte Reizbarkeit, Müdigkeit und Erschöpfung die Folge sein.

„Videokonferenzen sind für viele Menschen anstrengender als persönliche Meetings“, sagt Dr. Christina Heitmann vom Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG) der DGUV. Als größter Stressfaktor hätten Studien die Bewegungseinschränkung ausgemacht. Zum Gefühl, beobachtet zu werden, komme außerdem hinzu, dass man sich permanent selbst auf dem Bildschirm sehe. Des Weiteren fehle der Smalltalk in den oft durchgetakteten Meetings. Ärger sei zudem vorprogrammiert, wenn dann auch noch die Technik nicht so mitspielt, wie man sich das vorstellt.

Ein kostenfreier Ratgeber gibt Tipps, wie insbesondere Führungskräfte gegensteuern können. Das fängt bei der Vorbereitung an: Hier sollte unter anderem geprüft werden, wessen Teilnahme wirklich nötig ist. Das mache die Meetings effizienter und die Belastung der Verbleibenden werde durch den kleineren Kreis der Teilnehmenden reduziert. Zu Beginn könne außerdem geklärt werden, ob und wann die Kamera ausgeschaltet werden kann. Für die Konferenzen selbst helfe es, wenn sie kurz gehalten sowie gut moderiert werden und es eine klare Tagesordnung gibt.

Es geht nur gemeinsam, fasst Heitmann zusammen: „Vor allem im Homeoffice sind Beschäftigte gefordert, selbst auf gesunde Arbeitsbedingungen zu achten.“ Sie müssten diese aber auch vom Unternehmen und speziell von den Führungskräften einfordern.  

Die Praxishilfe zur „Zoom Fatigue“ kann hier heruntergeladen werden. Ergänzend dazu hat das IAG einen Check-up zur Selbstreflexion entwickelt, der hier einsehbar ist. 

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