Es birgt viele Risiken, krank zur Arbeit zu gehen. Trotzdem ist der sogenannte Präsentismus bei Führungskräften in der Pflegebranche weit verbreitet, wie eine Befragung der AOK zeigt. Gegensteuern können Einrichtungen mit Fort- und Weiterbildungsangeboten sowie einer wertschätzenden Unternehmenskultur.

Insgesamt hat die Krankenkasse im Juli dieses Jahres 500 Leitungskräfte aus Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern befragt. 36 Prozent von ihnen gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten krank zur Arbeit gegangen zu sein. 23 Prozent taten dies sogar, obwohl ihnen ihr Arzt ausdrücklich davon abgeraten hat.

Die ohnehin schon großen Belastungen für das Pflegepersonal seien durch die Pandemie noch einmal gestiegen, kommentiert Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands, das Ergebnis: „Als eine Folge hat sich eine bereits vor der Krise vorhandene Tendenz zum Präsentismus bei den Führungskräften noch verstärkt.”

Als Gründe für ihr Verhalten gaben 44 Prozent Pflichtbewusstsein, Verantwortungsgefühl oder die eigene Vorbildfunktion an. 23 Prozent führten es auf Personalmangel zurück, während 16 Prozent eine hohe Arbeitsbelastung nannten. 12 Prozent klagten darüber, dass keine Vertretung vorhanden gewesen sei.

Was kurzfristig vermeintlich helfen mag, kann Studien zufolge mittel- bis langfristig kontraproduktiv sein: Wer trotz Krankheit zur Arbeit geht, erholt sich nicht angemessen und riskiert, dass Krankheiten chronisch werden. Im Falle von Infektionskrankheiten können zudem andere angesteckt werden. Auch das Fehler- und Unfallrisiko steigt nachweislich, berichtet die Krankenkasse weiter. Gerade in der medizinischen und pflegerischen Versorgung könnten Fehler aber schwere Konsequenzen nach sich ziehen, mahnt Litsch.

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