Unterschiedliche Akteure kümmern sich um Beschäftigte, die nach längerer Krankheit wieder in den Arbeitsalltag eingegliedert werden. Welche Akteure dies sind und welche Instrumentarien eine dauerhafte Rückkehr zur Arbeit ermöglichen, hat ein aktueller Forschungsmonitor für die Hans-Böckler-Stiftung zusammengetragen.

Beschäftigte werden krank, auch durchaus über längere und lange Zeiträume. Irgendwann steht eine Wiedereingliederung in den Betrieb und die Berufstätigkeit an – kein leichtes Unterfangen. Denn schließlich reicht das Ziel über die eigentliche Wiedereingliederung hinaus. Das Ziel lautet: dauerhafte Beschäftigung.

Wer alles an diesem Return to Work, kurz RTW, beteiligt sein kann, haben Professor Dr. Martin Brussig und Susanne Eva Schulz vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen unter die Lupe genommen.

Ein wesentliches Ergebnis ist: Die Akteure bei der Wiedereingliederung nach längerer krankheitsbedingter Unterbrechung sind teilweise deckungsgleich mit denen, die bei Rehabilitationsaufgaben parat stehen. Allerdings seien die Herausforderungen wie auch die Gestaltungsmöglichkeiten verschieden.

Im Betrieb gehören zu den Akteuren neben dem betroffenen Arbeitnehmer die Personalabteilung, der Betriebsrat und – falls vorhanden – die Schwerbehindertenvertretung und der Betriebsarzt. Auf der überbetrieblichen Ebene stehen das Integrationsamt sowie die Integrationsfachdienste als Ansprechpartner zur Verfügung.

Als zentrales Verfahren der Wiedereingliederung hat das IAQ das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) identifiziert. Die Ausgestaltung dieses Verfahrens sei in den Betrieben sehr unterschiedlich. Darauf aufmerksam gemacht wird, dass das BEM die Grundlage sein könne, auf der sich die verschiedenen Akteure vernetzen könnten. In größeren Betrieben sei das BEW häufiger verbreitet als in kleinen.

Aufgezeigt wird, dass Krankheit, Gesundung und Wiedereingliederung kein geradliniger Prozess sind, sondern Phasen mit Höhen und Tiefen. Doch genau dieses Auf und Ab werde sozialpolitisch nicht aufgefangen, weshalb das IAQ “sozialpolitischen Entwicklungsbedarf” erkennt. Konkret werden Teilkrankengeld, Probebeschäftigungen oder Rückkehrrechte in Sicherungsleistungen angeregt.

Der Forschungsmonitor “Akteure des Return to Work: Rückkehr nach einer gesundheitsbedingten Erwerbsunterbrechung” kann über die Webseite der Hans-Böckler-Stiftung hier heruntergeladen werden.

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