Die Folgen der Corona-Krise lassen sich auch an den vorläufigen Jahreszahlen für 2020 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ablesen. Während es im Vergleich zum Vorjahr bedeutend weniger Arbeits- und Wegeunfälle gab, waren deutlich mehr Berufskrankheiten zu verzeichnen.

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist im vergangenen Jahr um 12,8 Prozent auf 760.369 Unfälle gesunken. Bei den Wegeunfällen zur Arbeit oder nach Hause ereigneten sich 152.773 Unfälle, was einem Rückgang um 18,2 Prozent gegenüber 2019 entspricht. 397 Menschen starben 2020 durch einen Arbeitsunfall, 100 weniger als im Vorjahr. Bei den Wegeunfällen waren 75 Todesfälle weniger als 2019, aber leider immer noch 234 zu beklagen.

In den 2020 neu gezahlten Renten schlägt sich die Krise indes noch nicht nieder. Hier gab es mit 13.289 Fällen nur 0,5 Prozent weniger neue Arbeitsunfallrenten als 2019. Erklärt wird das mit dem Umstand, dass zwischen Unfallereignis und Feststellung einer Rente häufig ein längerer Zeitraum liegt.

„Pandemiebedingt liegen die Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit und die der entschiedenen Berufskrankheiten-Fälle auf einem deutlich höheren Niveau als bisher“, heißt es bei der DGUV weiter. Bis zum Jahresende 2020 seien 30.329 Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit durch Covid-19 eingereicht worden. 22.863 Fälle wurden bis dahin entschieden, 18.069 anerkannt.

Die Zahl der im vergangenen Jahr insgesamt eingegangenen Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit ist mit 105.759 Fällen gegenüber dem Vorjahreswert stark um 25.627 oder 32 Prozent gestiegen. Entschieden wurden 102.623 Fälle, was einer Zunahme um mehr als 31 Prozent bedeutet. Die Fälle, bei denen sich der Verdacht auf eine Berufskrankheit bestätigt hat, lag mit 53.880 um fast 53 Prozent höher. Bei den anerkannten Fällen ist eine Zunahme um knapp 109 Prozent auf 37.886 zu verzeichnen.

Aktuelle Beiträge