Die Corona-Pandemie wirft so weltweit wie schonungslos ihre Schatten: Viele Menschen werden krank, körperlich und seelisch. Welche Maßnahmen den Körper vor Sars-CoV-2 schützen können, ist kein Geheimnis mehr. Doch wie die Seele vor einem Corona-Burn-out bewahren? Der Facharzt und Unternehmer Joachim Galuska gibt Hinweise.

Mit zunehmender Dauer der Pandemie haben auch die seelischen Probleme zugenommen. Das berichtet Dr. Joachim Galuska dem Arbeitgebermagazin Faktor A in einem Interview. Unglaublich viele Menschen lebten “in einer ständigen Angst und Überforderung”.

Der Mediziner präzisiert, wovor Frauen und Männer Angst haben: vor Krankheit, vor dem Tod lieber Menschen oder vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. All diese Ängste seien nicht erst mit der Pandemie entstanden. Doch durch den Lockdown – verbunden mit Homeoffice, Homeschooling und neuen Vorschriften und Regeln – würden sich vorhandene Probleme oftmals verstärken.

“Jeder will sich vernünftig verhalten, ist aber auch verunsichert: Was ist denn überhaupt vernünftig?”, skizziert der Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychiatrie die Not. Die Psyche gerate in einen Dauerstress und ein Teil der Menschen sei mit dieser Anspannung überfordert. Diese Menschen können die Anforderungen nicht bewältigen und rutschen in einen Burn-out, forciert durch die Pandemie.

Der Burn-out kommt nicht über Nacht, sondern kündigt sich an. Typisch seien hohe Angespanntheit, Überaktivität und der Versuch, doch alles zu stemmen. Eine nächste Phase zeichne sich aus durch einen Leistungsabfall, der Hand in Hand gehe mit Konzentrationsproblemen und Schlafstörungen. Der Zusammenbruch werde eingeleitet durch einen inneren und äußeren Rückzug.

Doch man ist seinen Ängsten nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann sich mit ihnen auseinandersetzen, sich ihnen stellen. Warum das wichtig ist, bringt Dr. Galuska auf den Punkt: “Allein das Nachdenken über meine Ängste macht viele schon einmal kleiner. Und: Es macht mich handlungsfähig”. Dadurch werde die Opferrolle verlassen. Die Person, die sich mit ihren Ängsten auseinandersetzt, werde “stark, kompetent und resilient”.

Wichtig sei bei einem drohenden Burn-out ein Rückhalt für den Betroffenen in der Familie wie im Freundeskreis. Hier könne Kraft gesammelt werden, die davor bewahre, nicht seelisch abzustürzen. Nicht minder wichtig sei das Klima am Arbeitsplatz: Ein fürsorglicher Vorgesetzter schaffe eine positive Arbeitsatmosphäre und könne seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen das Gefühl vermitteln, gesehen und unterstützt zu werden. Dies fördere die Resilienz und mache resistenter gegen Stress.

Das Interview mit Dr. Joachim Galuska kann auf Mausklick in voller Länge hier im Magazin Faktor A der Bundesagentur für Arbeit gelesen werden.

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