Einige Großunternehmen planen mit dem Fortlauf der Corona-Pandemie, geimpften und genesenen Beschäftigten künftig eigene Kantinenbereiche zuzuordnen. Andere Konzerne lehnen eine solche Maßnahme ab, zumal auch datenschutzrechtliche Bedenken bestehen.

Wie etwa die Rheinische Post berichtet, wollen Unternehmen wie Alltours, Bayer und Eon geimpften und von Corona genesenen Mitarbeitenden eventuell eigene Kantinen oder zumindest entsprechende Bereiche in den Cafeterias anbieten. Dort sei ein ungezwungenes Beisammensitzen möglich. Wer sich nicht impfen lassen oder keine Auskunft über seinen Impfstatus geben will, müsse weiter mit Maßnahmen wie Abstandsregeln oder Trennwänden rechnen. Die SZ meldet, dass die Krombacher Brauerei nach eigenen Angaben bereits eine „2G-Kantine“ umgesetzt hat.

Allerdings ist der Datenschutz ein Argument dagegen: Der SWR zitierte einen Sprecher des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, der zwar mögliche Vorteile für Firmen durch getrennte Kantinenbereiche sieht. Es gebe aber „keine absolut sichere datenschutzrechtliche Grundlage“ dafür, da Arbeitgeber den Impfstatus der Beschäftigten nicht abfragen dürfen.

Andere Unternehmen wie Bosch und Porsche wollen zumindest aktuell keine getrennten Kantinenbereiche einführen. „Wir behandeln alle gleich“, zitiert der Sender einen Sprecher von Bosch. Es gebe keine Separierung, alle Mitarbeitenden müssten sich an die umfassenden Schutzmaßnahmen halten.

Die Sache gelte als hochpolitisch, zitiert die SZ den Siemens-Manager Ralf Franke: „Das könnte auch das innerbetriebliche Klima beeinträchtigen.” Das Unternehmen hat sich aktuell gegen separate Kantinenzonen ausgesprochen.

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