Personal- und Betriebsräte sind ebenso vom digitalen Strukturwandel betroffen wie andere Mitarbeitende auch. Eine Studie hat ihre besonderen Anforderungen an digital unterstütztes Lernen ergründet, damit künftig Angebote passgenauer auf sie zugeschnitten werden können.

Die Arbeit der Universität Stuttgart, des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) sowie dem Bildungsträger ver.di Bildung und Beratung beruht auf der Befragung von mehr als 400 Betriebs- und Personalratsmitgliedern. Herausgefunden werden sollte, welche digitalen Lernmethoden und -formate sie bevorzugen und wie gut sie für digital unterstütztes Lernen ausgestattet sind.

Es zeigte sich, dass die Befragten grundsätzlich offen für solche Lernangebote sind. Dazu zählt digital angereichertes Präsenzlernen ebenso wie andere Mischformen und reine Online-Kurse. Mehrheitlich abgelehnt wurde lediglich das gänzlich eigenständige Durcharbeiten von digitalen Kursen ohne Lernbegleitung und Lernteam. „Für die Befragten ist es sehr wichtig, dass ein Erfahrungsaustausch und Diskussionen möglich sind“, erklärt Gabriele Korge, Wissenschaftlerin am Fraunhofer IAO und Mitautorin der Studie.

Austausch bleibt wichtig

Im Einzelnen waren jedoch teilweise deutliche Unterschiede zu erkennen. So ist Lernen in kleineren Zeiteinheiten für unter 40-Jährige deutlich eher vorstellbar als für die Generationen 40plus. Auch das Lernen im Austausch mit anderen stand bei den Jüngeren höher im Kurs. Des Weiteren lernen Frauen tendenziell lieber zu Hause als Männer, zudem ist ihnen selbstbestimmtes Lernen wichtiger. Für das Blockmodell, sprich: das Lernen eines komplexen Themas am Stück, konnten sich dagegen eher Männer begeistern.

Die Autorinnen und der Autor folgern daraus vor allem, dass digital unterstützte Lernangebote handlungsorientiert und praxisbezogen sein sowie viel Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen bieten sollten. Hilfreich sei auch eine Seminarbegleitung mit ausgeprägter Situationskompetenz, die die Lernenden in ihrer Selbststeuerung nicht zu sehr einschränkt oder sie gar überfordert.

Die Studie kann auf der Fraunhofer-Website kostenfrei heruntergeladen werden.

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