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Aktuelles
Nur eine Minderheit geht erst mit 65 in Rente
Die meisten Arbeitnehmer gehen bereits weit vor dem 65. Lebensjahr in Rente und nehmen dabei hohe Abschläge auf die Rentenzahlungen in Kauf.
In diesem Jahr muss die Bundesregierung einen Bericht zu den Erwerbsmöglichkeiten älterer Arbeitnehmer vorlegen, aus dem hervorgeht, ob die Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre weiterhin "vertretbar erscheint und die getroffenen gesetzlichen Regelungen bestehen bleiben können" (§ 154 SGB VI). Zu diesem Thema liegt auch eine Große Anfrage der Fraktion DIE LINKE vom Dezember 2009 vor.
Jüngst veröffentlichte Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass nur eine Minderheit der Arbeitnehmer mit dem Rentenbeginn bis 65 warten kann, geschweige denn bis 67. Eine dieser Studien ist der Altersübergangs-Report 2010-01, den Dr. Martin Brussig vom Institut Arbeit und Qualifikation der Uni Duisburg-Essen erstellt hat.
Brussig kommt nach Auswertung umfangreicher Daten zu dem Ergebnis, dass nur ein Drittel der Renteneintritte direkt aus Erwerbstätigkeit erfolgt. Von diesem Drittel wiederum arbeitet nur die Hälfte bis zum 65. Lebensjahr. Dabei sind Altersteilzeitbeschäftigte in der Freistellungsphase mitgezählt. Arbeitslose ältere Arbeitnehmer nehmen in hohem Maße Rentenabschläge in Kauf, um möglichst frühzeitig aus dem Bezug von ALG II in die Altersrente zu wechseln. Nur knapp 20 Prozent von ihnen beginnen den Rentenbezug erst mit 65 Jahren.
Vor dem Hintergrund dieser Zahlen hält Brussig denn auch die Rente mit 67 heute für unrealistisch: "Angesichts dieser Befunde muss einmal mehr darauf hingewiesen werden, dass die strukturellen Beschäftigungsbedingungen für Ältere und die individuelle Beschäftigungsfähigkeit im Alter zu verbessern sind. Dies vorausgesetzt, mag in 20 Jahren die ´Rente mit 67´ realistisch sein. Unter den gegenwärtigen Bedingungen wird die Regelaltersgrenze von 65 Jahren selbst bei stabiler Erwerbsintegration sehr oft nicht erreicht."
Dieser Beitrag wurde erstellt von Sylvia Erwin.


