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Ungewohnte Flexibilität in der Tarifrunde - Metall behutsam, ver.di knallhart

Die Tarifverhandlungen sind in der Schwebe. Bei der IG Metall wurden die ersten Verhandlungsrunden ergebnislos vertagt, ver.di hat nach gescheiterten Verhandlungen mit den öffentlichen Arbeitgebern Bund/Kommunen die Schlichtung angerufen.

Der Tarifzug fährt im Jahr 2010 offensichtlich auf verschiedenen Gleisen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di beharrt auf einer offensiven Gehaltsforderung; die Arbeitgeber von Bund und Kommunen haben dem eine klare Absage erteilt. Demgemäß sind die Verhandlungen gescheitert. Die Schlichtung wurde eingeleitet. Sie beginnt am 18. Februar in Hannover, Schlichter ist der langjährige Oberbürgermeister von Hannover und Ehrenpräsident des Deutschen Städtetages, Herbert Schmalstieg. ver.di hatte ein Gesamtvolumen von plus fünf Prozent gefordert, die Arbeitgeber hatten 1,5 Prozent angeboten.

Die ersten Verhandlungsrunden der IG Metall in Nordrhein-Westfalen (10.2.) und Baden-Württemberg (12.2.) sind ebenfalls ohne Ergebnis beendet worden. Erstmals in ihrer Geschichte ist die IG Metall ohne konkrete Lohnforderung in die Tarifverhandlungen gegangen: Das zentrale Ziel ist die Beschäftigungssicherung. Dazu fordert die Metallgewerkschaft neue, tarifliche Vereinbarungen zur Kurzarbeit und Regelungen zur Übernahme von Auszubildenden. Eine Nullrunde kommt für die Metaller nach eigenen Aussagen nicht in Betracht, die Prozentzahl beim Gehalts-Plus steht aber nicht im Vordergrund.

Zu den unterschiedlichen Forderungen der Gewerkschaften in dieser Tarifrunde hat der Verhandlungsführer der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Achim Meerkamp, Deutschlandradio Kultur ein interessantes Interview gegeben.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Sylvia Erwin.