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"Betriebsratsverseucht" ist das Unwort des Jahres 2009

Als "sprachlichen Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen" hat die Jury zur Bestimmung des "Unworts des Jahres" diesen Begriff bezeichnet.

Das Unwort hat über einen Bericht des Fernsehmagazins "Monitor" Eingang in die deutsche Sprache gefunden. Beschäftigte der Baumarktkette Bauhaus berichteten, wie Führungskräfte auf einer Betriebsversammlung Stimmung gegen die Wahl eines Betriebsrats machten. Dabei wurde auch gedroht, aus Filialen mit einem Betriebsrat könne man nicht in andere Filialen wechseln, weil man dann als "betriebsratsverseucht" gelte.

Seit 1991 wird jährlich das Unwort des Jahres bestimmt, um auf sprachliche Missgriffe in der öffentlichen Kommunikation hinzuweisen, die "sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen".

Neben dem Unwort "betriebsratsverseucht" kritisierte die Jury noch die Formulierung "Flüchtlingsbekämpfung" (die Abwehr von Flüchtlingen an Europas Grenzen). Die Entgleisung unterlief der Bundeskanzlerin Angela Merkel während einer Diskussionsveranstaltung der Bertelsmann-Stiftung. Ebenso moniert wurde die Bezeichnung "intelligente Wirksysteme", die von Rüstungsunternehmen für technologisch hochentwickelte Munitionsarten verwendet wird.

unwortdesjahres.org

Dieser Beitrag wurde erstellt von Sylvia Erwin.